Buchbesprechungen und Leser-Feedback

 

Buchbesprechung von von Dr. Anita Ginter, Ärztin für Allgemeinmedizin, Diplomate ICAK 

Das neueste Buch von Hans Garten richtet sich an Patienten. Die Erfahrenen unter den AK-Therapeuten mögen sich nun fragen – wie? Hans Garten, der erst nach längeren und komplexen wissenschaftlichen Diskussionen so richtig warmläuft, schreibt einen Patientenratgeber? Wie soll das gehen? Dass das geht können alle lesen, die sich für funktionelle Medizin interessieren und vielleicht auch Hans Garten mal von einer bisher nicht so wahrgenommenen Seite kennenlernen möchten.

Eine Lieblingsbeschäftigung von Hans Garten ist das schonungslose Abschneiden von alten Zöpfen mit Betonung auf schonungslos, glücklicherweise sind damit auch eigene selbstgeflochtene Zöpfe gemeint. ‚Heilslehren aller Art’ sind ihm schon immer ein besonderer Dorn im Auge gewesen. Für ihn zählt neben dem gut begründbaren wissenschaftlichen Modell die nachhaltige Beeinflussung, der von ihm so genannten ‚humanistischen Existenz’ durch eine therapeutische Methode. Alles andere landet im Museum wo es vielleicht noch bestaunt werden kann, aber sicher nicht mehr gelehrt oder praktiziert.

Mit diesem Buch stellt er seinen über die Jahrzehnte gewachsenen Erfahrungsschatz und seine Erkenntnisse zur Verfügung, was sich in der Medizin als hilfreich und gut funktionierend erwiesen hat und von was Patienten besser die Finger lassen sollten oder einfach nur Geld und Zeit verschwenden im Glauben an eine bestimmte therapeutische Ideologie. Schonungslos, manchmal sarkastisch, sehr freizügig und sehr persönlich berichtet er von den möglichen gesundheitlichen Wechselfällen eines möglichst langen Lebens. Der Bogen spannt sich entlang der altbekannten Triad of Health. Wie wichtig es für den therapeutischen Erfolg ist, einen zum Patienten passenden Therapeuten mit der passenden Kommunikationsstruktur zu finden, wird ebenfalls nicht außer Acht gelassen. 

Das Buch liest sich ein wenig wie ein Schnelldurchlauf durch die gesammelten Kursinhalte der AK-Kurse, gemischt mit sehr prägnanten Fallbeispielen und persönlichen Erfahrungen. Natürlich wird im Nebenschluss auch jede Menge spezielles Wissen über funktionelle Zusammenhänge vermittelt. Hans Garten sieht mit der Veröffentlichung dieses Ratgebers auch eine Möglichkeit über derart hochspezifische Informationen gerade den Menschen einen Zugang zu einer Therapiefreiheit zu verschaffen, die sonst eben gerade nicht den Fuß in eine Privatpraxis gesetzt hätten, weil sie gar nicht wissen welche Zusammenhänge und Therapiemöglichkeiten zu einer bestimmten Erkrankung bestehen und welcher finanzielle Einsatz sich lohnt. 

Ich sehe das Buch vor allem in der medizinischen Ausbildung als dringende Empfehlung für alle Lernenden. Es wäre wunderbar wenn die hier vorgestellten Zusammenhänge irgendwann zum Grundwissen aller Studierenden eines therapeutisch ausgerichteten Berufes gehören würden. Von daher wünsche ich dem Buch eine weite Verbreitung.

 

Buchbesprechung von Dr. Wilfrid Coenen, Facharzt für Orthopädie, Atlastherapie, Manuelle Kinder- und Säuglingsbehandlung

„Darm und Hirn sprechen miteinander“! Diese befremdliche Behauptung verlangt natürlich eine einleuchtende Erklärung. Angeboten wird sie von Hans Garten in seinem 2020 erschienen Buch: „Mit Erfolg gesund“. Der Autor ist Mitglied der DÄGfA, Arzt, Schmerztherapeut und Gründer der Deutschen Ärztegesellschaft für Applied Kinesiology sowie Autor dreier Lehrbücher zu dieser manualmedizinischen Methode.

Er blickt auf eine reiche, langjährige Berufserfahrung zurück. ln seinem Buch mit dem Untertitel „Ihr etwas anderer Gesundheitskompass“ entwirft er eine ganzheitliche medizinische Betrachtungsweise der mannigfachen Leiden, Beschwerden und Wehwehchen, mit denen der praktisch tätige Arzt täglich zu tun hat. ln lebendiger, lockerer, mitunter auch deftiger Sprache behandelt der Autor die Themen Bewegungssystem, Training, Ernährung, Verdauung, Diät und Glücklichsein, gewürzt durch erklärende oder auch zugespitzt-witzige Zeichnungen aus eigener Feder. So wird der lumbago-gekrümmte „Herr Müller Wipperfarth von der SPD“ mit Physiognomie eines Martin Schulz vorgestellt; unter dem Abschnitt„Darmhirn“ erscheinen die Konterfeie von Donald Trump und Kim Jong-un, wodurch die Assoziation zum Flatus intracerebralis gebahnt ist, von dem beide ja befallen sein könnten.

Zum „Giücklichsein“ gehört für den Autor auch ein erfülltes Sexualleben und bei seinem etwas voyeuristischen Entwurf einer Ars amandi lässt er seiner Phantasie freien Lauf, non ad usum Delphini.

Das Buch will nicht unbedingt von vorn bis hinten gelesen werden, sondern seine Gliederung erlaubt dem Leser nach eigenem Bedürfnis eine thematische Auswahl über das Inhaltsverzeichnis. Für den Laien dürften Zusammenfassungen der inhaltlich etwas schwierigeren medizinischen Passagen hilfreich sein.

Leser-Feedback

Lieber Herr Dr. Garten, was für ein tolles Buch! Und diesmal wirklich: es liest sich wie ein französisches Menü in mehreren Gängen! Wenn mich der Kellner fragen würde: „ça y était..?“ – Ich würde antworten: „délicieux und superbon!“. Wirklich wohl dosiert, bekömmlich und gut verdaulich vom Inhalt her und sprachlich – wer hätte das gedacht – schriftsprachlich sind Sie ja ein Gourmet, ein Liebhaber und Künstler der Sprache! Unglaublich. Überhaupt kein „harter Knochen“ – ….“Und Ihre Zeichnungen – sie sind so originell, dass diese den fachlichen Erläuterungen Leben einhauchen! Superschön“.

…“Also in punkto Direktheit haben Sie die volle Punktzahl – unglaublich, was Sie sich trauen und das im katholischen Bayern! Und genau das braucht’s und zwar dringend. Dass jemand den Mut hat, solche sexuellen (Un)Dinge aufzuschreiben und zu veröffentlichen. Chapeau! Kopfschüttelnd und mit offenem Mund saß ich vor ihren Ausführungen über M. und die Ziege. Ich musste erst mal nachfragen, bei denjenigen, die am Bauernhof groß geworden sind. Die haben das dann auch noch bestätigt. Eine Dame von 75 Jahre sagte: „Ja, den Knecht, den hat d’Muatta öfter mit de Pferdl erwischt!“. Dann auch Ihre Skizzen dazu, also unglaublich“.  

„Lieber Hans, herzlichen Dank für Dein 1. Buch dieser Art “ Mit Erfolg gesund“ ! Ich habe die halbe Nacht darin gelesen und das alleine hat mich schon viel gesünder gemacht! Ich fühle mich frisch wie ein Fisch im sauberen See! Toll, was daraus geworden ist , ein super Buch! Du hast auch hier wieder ein wohl in Dir verschüttetes Talent, das intelligente humorvolle Schreiben, herausgeholt und zur Freude aller künftigen Leser grandios umgesetzt. Ich habe Dir ja gestern abend gesagt, in sicherer Vorahnung: ich hoffe, dass dies nicht Dein einziges Ratgeber Buch für die Allgemeinheit bleibt“. 

…“Und über Ernährung: Wir probieren das aus im Sinne der Candida- Diät, Zucker und Kohlenhydrate einzusparen. Reiswaffeln, Spiegeleier zum Frühstück….es schmeckt auch! Und der negative Effekt der Gährung auf Darm und Zwerchfell war ja eindrücklich dargestellt! Das hatte ich nicht gewusst. Und Süßspeisen, das ist in der ganzen Familie eine Tradition. Gut, dass Sie das geschrieben haben! Auch dass der Darm mit Autismus in Zusammenhang stehen kann! Das würde mir so manches unerklärliche Verhalten in der Familie erklären!